NRW-weite Studie zu Studiengebühren veröffentlicht – Aussage nicht valide
10. Dezember 2009
Heute wurden die Ergebnisse der Studie zur Verwendung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Erhoben wurde diese schon wie im Jahr zuvor vom Stifterverband der deutschen Wissenschaft und dem Deutschen Studentenwerk. Insgesamt wurden in ganz NRW nur 300 Fragebögen an Studierende versand, von denen grad mal 185 zurückgeschickt wurden. Befragt wurden nur Studierende, die im Befragungszeitraum im Fachbereichsrat, Senat oder Prüfungsgremium vertreten waren. Die von Studierenden ausgefüllten Fragebögen sollen eine exakte Aussage darüber geben, ob es an den 29 unterschiedlichen Gebührenhochschulen eine Verbesserung der Lehre durch die Einsetzung von Studiengebühren gab.
„Vielleicht hat die Landesregierung, die heute mit Stolz die Studie und ihre Ergebnisse vorstellte, vergessen, dass es in NRW über 470.000 Studierende gibt,“ erklärt Alexander Lang, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren. „Die Studie ist mal wieder eine Farce und steht im Widerspruch zu der großen Anzahl an protestierenden Studierenden, die sich vorallem in diesem Jahr für Gebührenfreiheit und bessere Lernbedingungen einsetzen und dafür auf die Straße gehen!“ so Lang weiter.
Finden wirklich drei von vier befragten Studierenden, wie es in der heute erschienenen Studie heißt, dass es durch Studiengebühren eine Verbesserung der Lehre gab? „Der Gebührenkompass, eine weitere Erhebung zu Studiengebühren, zeigte nicht nur, dass die Verbesserung der Lehre innerhalb NRW von Studierenden eher mangelhaft bewertet wurde, sondern auch dass 66 % aller Studierenden generell Studiengebühren ablehnen,“ bekräftigt Christina Schrandt, ebenfalls Sprecherin des ABS.
Die Hochschulen selbst zweifelten innerhalb der Studie, der „Nachhaltigkeit der Gebühren“ in NRW vor allem nach den Landtagswahlen im Mai 2010 an und wollen daher nicht länger fristige Investitionen durch Studiengebühren wie zum Beispiel Professuren planen.
„Studiengebühren erhöhen die soziale Selektivität im Bildungssystem, ein Zustand den wir nicht länger akzeptieren wollen und werden. Wir brauchen eine ausreichende öffentliche Finanzierung der Bildungseinrichtungen! Das ist nicht nur hier und heute in Bonn bei den Protesten gegen die KMK eines der Hauptforderungen, sondern wird vor allem auch 2010 bei den Landtagswahlen in NRW das entscheidende Thema sein!“ so Schrandt abschließend.
Sie erreichen die GeschäftsführerInnen Alexander Lang unter 0163 - 759 084 1 und Christina Schrandt unter 0163 – 759 084 2 oder per Email an abs@studis.de.

