Solidarität mit den Frankfurter Besetzer_innen – keine Polizeigewalt an Hochschulen!
02. Dezember 2009
Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) solidarisiert sich mit allen Besetzer_innen des gewaltsam geräumten Casinos der Universität Frankfurt und kritisiert die Kriminalisierung des Protests durch die Universitätsleitung scharf.
Bei der gestrigen Räumung des seit Montag besetzten Casinos wurden über 100 Besetzer_innen gewaltsam aus den Universitätsgebäuden gedrängt. Studierende, die sich mit den Besetzer_innen während und nach der Räumung solidarisierten, wurden mit Schlagstockeinsatz vom Unicampus gejagt. Dabei fanden sexuelle und rassistische Übergriffe statt, 5 Studierende mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.
“Wir kritisieren den massiven Aufmarsch und den unverhältnismäßigen Gewalteinsatz der Polizei auf dem Campusgelände aufs schärfste. Die Universität Frankfurt ist wie alle Bildungseinrichtungen ein Ort der Reflexion und Diskussion, an dem Gewalt gegenüber Demonstrierenden völlig unangebracht ist. Statt ihre eigenen Studierenden zu räumen, sollte sich die Unileitung mit dem Protest und seinen Forderungen auseinandersetzen!“, fordert Alexander Lang, Sprecher des Aktionsbündnis gegen Studiengebühren.
Als Reaktion auf die brutale Räumung forderten die Besetzer_innen den Rücktritt des Universitätspräsidenten, Müller-Esterl, der den Befehl zur Räumung gab.
„Die Räumung der Frankfurter Besetzung stellt eine neue Qualität der Gewalt und Rücksichtslosigkeit von Polizei und Hochschulleitung dar. So schnell, so brutal und ohne Verhandlungen wurde europaweit noch keine Hochschulbesetzung geräumt!“, kritisiert Christina Schrandt, auch Sprecherin des ABS.
Bundesweit gibt es Solidaritätsbekundungen, an vielen Orten fanden gestern spontane Aktionen gegen die Räumung statt. Auch in Frankfurt geht es weiter – für heute Abend ist schon die nächste Demonstration angekündigt.
„Wir fordern die Hochschulleitung der Uni Frankfurt dazu auf, alle Strafverfahren gegenüber den Besetzer_innen unverzüglich einzustellen!“, erklärt Schrandt abschließend.
Sie erreichen die GeschäftsführerInnen Alexander Lang unter 0163 - 759 084 1 und Christina Schrandt unter 0163 – 759 084 2 oder per Email an abs@studis.de.

